Der Hundefutter-Berater - Blindenführhunde, Blindenhunde - Der Hundefutterberater

Die Blindenführhunde (Geschichte, die Lehrzeit, der Beruf/die Berufung, weitere Informationen)


Was ist eigentlich ein Blindenführhund?

Laut Gesetzestext ist dies ein Hund, der (nachdem seine Eignung - im Wesen und der eigenen Gesundheit nachgewiesen wurde sowie nach erfolgreicher Spezialausbildung) besonders der Unterstützung eines blinden oder sehbehinderten Menschen dient. Seine Aufgabe ist die Unterstützung "seines" Menschen im Sinne der Mobilität sowie der Sicherheit auch in fremder Umgebung. Außerdem soll er deren Wahrnehmungsprobleme mit seinen eigenen Sinnen ausgleichen.

Blindenhund - Verband der Kriegsblinden - Ansichtskarte / Postkarte - Druck: Plattner Innsbruck

Doch was ist ein Blindenführhund für diesen sehbehinderten oder blinden Menschen?

Ein Blindenführhund ist nicht nur ein (zugegeben hochwertiges) Hilfsmittel. Nein, er ist ein Freund, dem man sich komplett anvertraut, der es schafft, dass auch ein blinder Mensch in die Öffentlichkeit gehen kann, ein Familienmitglied, zu dem man hundertprozentig Vertrauen hat und der dem eigentlich Abhängigen ein unabhängiges Leben durch seine Hilfe ermöglicht. Und dennoch ebenfalls eigene Bedürfnisse hat, für die der Hundeführer die Verantwortung trägt.



Die Geschichte des Blindenführhundes


Die Geschichte des Blindenführhundes / Blindenhundes

Keine Angst, wir werden hier nur relativ kurz auf bestimmte Eckdaten verweisen, denn die gesamte Geschichte der Entstehung von Ausbildung und Beruf eines Blindenführhundes können Sie auf vielen Webseiten verfolgen. Am Ende des Kapitels gebe ich stellvertretend für alle Seiten, die sich mit dem Thema beschäftigen, weitere Infos dazu.

Bis zum 18. Jahrhundert

Aus diversen Wandmalereien aus dem 1. Jahrhundert nach Christi kann man ersehen, dass schon in der Antike Hunde als Gefährten und Begleiter blinder Menschen gedient haben. Wahrscheinlich waren sie damals nicht so ausgebildet, doch hatten sie eine gewisse Schutzfunktion auszuüben. Interessant ist, dass selbst auf einem Seidenteppich aus dem frühen 13. Jahrhundert ein Mann mit Stock und Hund abgebildet wurde und somit stark auf einen Blindenführhund hindeutet. Eine erste "richtige", also systematisch aufgebaute Ausbildung ist um das Jahr 1780 herum nachzuweisen - und zwar im Blindenhospital "Les Quinze-Vingts".


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Bis zum ersten Weltkrieg

Die ersten Blindenführhunde wurden höchstwahrscheinlich von den betroffenen Hundeführern selbst ausgebildet. So richtete der blinde Siebmacher Josef Reisinger aus Wien schon 1788 seinen Spitz dementsprechend ab.
Danach gab es schon ein "Lehrbuch zum Unterricht der Blinden" von Johann Wilhelm Klein, dem Gründer des Wiener Blinden-Erziehungsinstitutes, der 1819 schon wertvolle Tipps zur Abrichtung der Helferhunde aufführte.
Ebenso bekannt wurde der Züricher Jacob Birrer mit seinem Spitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts, der darüber ein Buch schrieb ("Erinnerungen, besondere Lebensfahrten und Ansichten des Jakob Birrer", erschienen 1847).


Die Weltkriege bis Heute

Die tatsächlich systematische Ausbildung der Blindenführhunde begann durch den "Deutschen Verein für Sanitätshunde" während des Ersten Weltkrieges im Jahr 1916, als Geheimrat Stalling als Vorsitzender mit freundlicher Unterstützung des Kriegsministeriums die erste Blindenführhundschule der Welt in Oldenburg gründete.

Ursprünglich als Verwundeten-Suchhunde geschulte Vierbeiner wurden für den Dienst als Blindenführhund umtrainiert und schon im Herbst des ersten Jahres ihren neuen Herrchen kostenlos übergeben, wenn diese als Kriegsblinde anerkannt waren. Drei Jahre später waren über fünfhundert Führhunde ausgebildet, 1920 schon fast neunhundert.

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Diese Oldenburger Blindenführhundschule vergrößerte sich enorm und eröffnete weitere Filialen in ganz Deutschland, die insgesamt jährlich mehr als 600 Führhunde ausbildeten und diese nicht nur den deutschen Kriegs- (und nach 1922 auch Zivil-)Blinden übergaben, sondern diese ausgebildeten Hunde in die ganze Welt schickten.

Nachdem das Unternehmen 1926 schließen musste, entstand in Potsdam eine ähnlich erfolgreiche Führhundeschule, die bis 1941 über 2.500 Hunde ausbildeten. Leider konnten sie während des DDR-Regimes nicht weiter machen.


Weitere wichtige Personen, die sich um das Wohl der Blinden kümmerten, sind der Umweltpsychologe Jacob von Uexküll und sein Assistent Emanuel Georg Sarris, die darauf geachtet haben, dass der Hund durch eigene Erfahrung und selbständig lernt, "seinen" Menschen gefahrlos durchs Leben zu führen, seinen Raum dem des Hundeführers anzupassen und dadurch lernt, Boden- und Höhenhindernisse genau abzuschätzen und im Abstand zu umgehen.

Die auch heute noch genau so eingesetzte Methode wurde in den Fünfziger Jahren von Heinz Brüll weiter entwickelt. Seit den Siebzigern ist der Blindenführhund offizielles "Rehabilitations-Hilfsmittel" und seit Anfang der Neunziger Jahre auch als einziges Lebewesen auf Rezept erhältlich.

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Die Ausbildung eines Blindenführhundes


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Der Welpe

Ein für die Ausbildung geeigneter Welpe muss einige Voraussetzungen mitbringen:

  • Im Welpenrudel und in gewohnter Umgebung sollte er freudig zu fremden Personen Kontakt aufnehmen und keinesfalls schreckhaft sein sowie abrufbar sein, auch wenn er gerade im Rudel ist
  • Ist er außerhalb der gewohnten Umgebung, so sollte er neugierig sein und mit fremden Personen spielen wollen. Werden ihm kleine Hindernisse in den Weg gelegt, sollte er einen Weg hindurch finden wollen.
  • Geeignete Welpen sind nicht ängstlich oder schreckhaft.

Vom Welpen zum Junghund

In dieser Zeit lernt der Hund alles Wichtige für seine spätere Ausbildung:

  • Leinenführigkeit, Abrufbarkeit, Kontakt aufnehmen
  • Umwelteinflüsse kennen lernen: Treppen, Autos, Fahrstühle, Züge u.v.m.
  • Mit neun Monaten erhält der Hund ein sogenanntes Junghundegeschirr, das ihm zeigt, dass er in diesem Moment arbeiten muss (das Geschirr als Arbeitskleidung).
  • Am besten lernt der Hund mit viel Belohnung und Streicheleinheiten. Er darf niemals grob ausgeschimpft werden, wenn er mal einen Fehler macht. Meist liegt der Fehler am anderen Ende der Leine.
Danke an sxc.hu - Junghund

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Vom Junghund zum Blindenführhund

Im Alter von ca. zwei Jahren kommt der Junghund zum UBV-Ausbilder und erhält die sogenannte "Endausbildung" innerhalb von meist sechs Monaten:

  • Das Laufen im Führgeschirr
  • Das Erkennen und Umgehen von Hindernissen, die Einstiegsmöglichkeiten der öffentlichen Verkehrsmittel erkennen und seinem Hundeführer zeigen, Straßenübergänge erkennen und den Hundeführer sicher hinüber leiten u.v.m.
  • Nach dem Abschluss dieser Ausbildung und der gesundheitlichen Eignungsprüfung wird der Hund von einem qualifizierten (weil blindem) Führhundeprüfer getestet und bewertet.