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Wie verhindere ich fütterungsbedingte Krankheiten und Wachstumsstörungen bei der Aufzucht ?

Wie verhindere ich fütterungsbedingte Krankheiten und Wachstumsstörungen bei der Aufzucht ?

Die Fütterung von Welpen und Junghunden ist wohl eine der anspruchsvollsten Aufgaben vor die der Hundebesitzer gestellt wird. Werden bei erwachsenen Hunden häufig Fütterungsfehler lange Zeit toleriert und auch oft kompensiert, so trifft dies für den wachsenden Hund in der Regel nicht zu.

In diesem Zusammenhang sollen die wichtigsten Punkte dieses Themas in Zusammenhang mit dem ganzheitlichen Marengo Fütterungsansatz gestellt werden. Von wesentlichem Interesse sind hierbei die Themen: Eiweissversorgung, Calciumversorgung, Futtermenge.

Eiweissversorgung

Lange Zeit wurden insbesondere im Hundetrockenfutterbereich für junge Hund bevorzugt Eiweissgehalte von 30-36% eingesetzt. Erfahrungen aus der Praxis zeigten aber bald, dass ein zu hoher Rohproteingehalt bei vielen Rassen infolge einer Nierenüberlastung zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führte - siehe auch Eiweissüberversorgung -
Gerade im Zusammenhang mit häufig eingesetzten minderwertigen Proteinquellen, die wiederum eine erhöhte Belastung für die Nieren darstellen, traten zunehmend mehr Probleme im Bereich des Knochensstoffwechsels und des Sehnen- und Bandapparates beim Junghund auf.

Heutzutage verfallen viele Hundebesitzer leider oft ins Gegenteil. Gerade bei grossen Rassen wie Irish Wolfhounds, Neufundländern etc. füttern viele Hundebesitzer auch bei Welpen kein spezielles Juniorfutter mehr, sondern wählen ein Futter teilweise mit Rohproteingehalten unter 20%.
Dass dies langfristig gesehen zu erheblichen Mangelversorgungen und zu dementsprechender Ausbildung von Krankheitssymptomen führen kann, liegt auf der Hand, insbesondere wenn man bedenkt, dass schon der erwachsenene Hund nicht langfristig mit einem Rohproteingehalt von unter 20% auskommt, ohne dass Probleme auftreten.
Vielleicht sollte man sich an dieser Stelle daran erinnern, dass der Hund von Natur aus ein Fleischfresser und kein Vegetarier ist. In den meisten Fällen, in denen Hundebesitzer von erfolgreicher Aufzucht oder Haltung mit einer derartig niedrigen Eiweissversorgung berichten, tritt bei intensivem Nachfragen zutage, dass neben dem Trockenfutter z.B. noch Frischfleich, eiweisshaltige Leckerchen, Hundekuchen oder ähnliches gefüttert wird, wodurch der Eiweissgehalt der Gesamtration dann wieder in den Normalbereich fällt.

Das ganzheitliche Marengo Fütterungskonzept empfiehlt in den ersten 6-8 Lebensmonaten bis zu dem Zeitpunkt, wo der grösste Teil des Höhenwachstums abgeschlossen ist, einen Rohproteingehalt, der zwischen 24-28% liegt. Da die Natur nun einmal gerade in den ersten 6 Lebensmonaten ein enormes Höhenwachstum vorsieht, braucht der stark wachsende Organismus mehr Eiweiss als der eines erwachsenen Hundes.
Die oft gefürchtete Gefahr des künstlich beschleunigten Wachstums und der damit verbundenen Ausbildung von fehlstrukturiertem Knochengewebe besteht erst bei einer wirklichen Eiweissüberversorgungen mit Rohproteingehalten von mehr als 30% und/oder bei Verwendung von minderwertigen Rohproteinquellen wie Kadavermehl, Federn, Klauen etc..
U.a. aus diesem Grund wird im Marengo Hundefutter konsequent auf hochwertige, stoffwechselentlastende Eiweissquellen zurückgegriffen, die darüber hinaus eine Versorgung auch mit essentiellen Aminosäuren (Eiweissbausteinen) sicherstellen.

Das Marengo Juniorfutter sollte solange gefüttert werden, bis der Hund den grössten Teil seines Höhenwachstums abgesschlossen hat. Dies ist in der Regel im 6.-8 Lebensmonat der Fall. Je nach Entwicklungsphase, individueller Futterverwertung und Bewegungsaktivität des Hundes sollte der Hundebesitzer dann auf das eiweissärmere Premium Select Futter und bei sehr genügsamen Hunden auf das Marengo Classic Genuss Futter wechseln.
Es gibt aber auch durchaus Hunde, die bis zum 12. Lebensmonat hervorragend mit dem Juniorfutter zurecht kommen und die aufgrund ihrer ganzen Stoffwechselkonstitution einfach längere Zeit einen höheren Rohproteingehalt benötigen. Hiervon sind häufig Hunde wie z.B. der Dobermann und alle anderen Rassen betroffen, die während des Wachstums zum Teil unglaublich grosse Mengen an Futter benötigen.

Calciumversorgung (im Zusammenhang mit synthetischem Vit D3 und Vit A)

Auch das Thema Calciumversorgung beim heranwachsenden Hund wird ständig kontrovers diskutiert.
Lange Zeit wurde auch bezüglich dieses Themas nach dem Motto verfahren »viel hilft viel«. Die Güte eines Hundefutters wurde an der Höhe seines Eiweiss- und Calciumgehaltes gemessen.
Zunehmend mehr Probleme im Bereich des Knochenstoffwechsels, Vorreiter wie Marc Torel mit seinem Buch »Der dreissigjährige Krieg« und die praktischen Erfahrungen von Tierärzten, Züchtern und Hundebesitzern sowie auch intensive Untersuchungen aus dem Nutztierbereich, haben glücklicherweise eine Trendwende eingeleitet.

Primäre (hiermit sind nicht Störungen bei der Aufnahme von Mineralstoffen im Darm sogenannte Malabsorptionsprobleme gemeint) Mineralstoffunterversorgungen sind bei der Verfütterung eines Hundetrockenfutters nahezu ausgeschlossen und treten in der Regel nur selten und dann im Zusammenhang mit selbst zusammengestellten Futterrationen auf.

Das weitaus grössere Problem sind Mineralstoffüberversorgungen insbesondere die Calciumüberversorgung . Mineralstoffüberversorgungen treten vor allen Dingen bei Calciumwerten im Hundefutter über 1% und dann im Zusammenhang mit synthetischem Vit D3 und Vit A auf. Durch ein Zuviel an Calcium und die unnatürlich stark angeregte Aufnahme des Calcium im Darm durch synthetisch zugesetztes Vit D3 und Vit A, kann es zu einer nachhaltigen Störung des Mineralstoffwechsels kommen. Das gleiche Problem kann in noch grösserem Masse bei Verabreichung von Kalkpräparaten entstehen.

Das ganzheitliche Marengo Fütterungskonzept verzichtet bei angemessenem Calciumgehalt gänzlich auf den Zusatz von synthetischen Vitaminen und Spurenelementen im Futter. Der natürliche Gehalt an Vitaminen und Spurenelementen, garantiert durch die Hochwertigkeit und Vielfältigkeit der verwendeten Ausgangsstoffe, sorgt für eine ganz natürliche und nicht künstlich forcierte Aufnahme von Nährstoffen im Darm. So werden fütterungsbedingte Dysfunktionen auch im Calciumstoffwechsel, in deren Folge es zu Knochenstoffwechselentgleisungen und anderen Problemen kommen kann, vermieden. Zudem wird ganz natürlich eine funktionstüchtige Immunabwehr aufgebaut. Diese ist eine weitere wichtige Voraussetzung für ein gesundes Heranwachsen des Hundes.

Infos zum Thema 'Spezielles Futter abhängig von Rasse & Grösse?'

Futtermenge

Bezüglich der Futtermenge kommt es ungewöhnlicherweise relativ häufig zu Problemen.
Die beim Marengo Hundefutter angegebenen Tabellenwerte sind Durchschnittswerte, die in der Praxis ermittelt wurden. Sie geben dem Hundebesitzer nur einen ungefähren Anhaltspunkt. Die tatsächlich benötigte Futtermenge ist abhängig von der individuellen Konstitution des Hundes, des Alters, der Entwicklungsphase, seiner Futterwertung und der Bewegungsaktivität.
Junge Hunde sollten immer gut genährt aussehen, das heisst: sie dürfen nicht so dünn sein, dass man die Rippen sehen kann, aber die Rippen sollten mit der flachen Hand fühlbar sein, ohne dass ein Fettpolster den Weg versperrt.
Bei der Futtermenge ist das Gefühl und die Beobachtungsgabe des Hundebesitzers gefragt, die durch keine Tabelle dieser Welt ersetzt werden können.

Das Problem einer zu geringen Futtermenge tritt leicht bei Hunden auf, die im Wachstum das 3-5 fache der Futtermenge benötigen im Vergleich zu erwachsenen Tieren. In diesen Fällen ist für viele Hundebesitzer unbegreiflich, welche Unmengen ein so junger Hund in Relation zu seinem Körpergewicht benötigt, um gesund aufzuwachsen. Eine zu geringe Futtermenge führt leicht zu schweren Wachstumsstörungen, Stoffwechselproblemen und allgemeiner Immunschwäche.

Eine zu hohe Futtermenge bringt langfristig gesehen eine Verfettung der inneren Organe sowie viele verschiedene Formen von Wachstumsstörungen mit sich. Aber auch schon leichtere Symptome wie breiiger Kot, Blähungen und andere Verdauungsprobleme stehen häufig in Zusammenhang mit einer zu reichlich bemessenen Mahlzeit.
Darum empfehlen wir in allen Fällen von Verdauungsstörungen, die Möglichkeit einer zu hohen Futtermenge als erstes zu erwägen.

Fütterungsweise bei Welpen:
Der junge Welpe, der vom Züchter geholt wird, frisst in der Regel in den ersten 14 Tagen nicht besonders gut. Die totale Umstellung seiner Situation, eventuell Heimweh aber auch die innere Aufregung, weil alles um ihn herum neu und interessant ist, lassen den Appetit bei vielen Welpen zuerst einmal etwas zurückgehen.

Dies ist ganz normal und sollte den Hundebesitzer gerade in dieser Zeit nicht dazu verleiten, dem ausgesuchten Futter, ständig geschmacksintensivierende Zusätze, Leckerchen oder sonstige ungeeignete Ergänzungen zuzusetzen.

Ein gesunder Welpe fängt aus instinktivem Überlebenstrieb ganz von alleine an, das ihm angebotene Futter aufzunehmen (auch ohne intensive Geschmacksverstärker!). Fehler, die man in den ersten Tagen und Wochen bei der Fütterungstechnik macht, kann man häufig das gesamte Hundeleben lang nicht wieder korrigieren.

Die meisten nörgeligen Fresser sind selbst gemacht!
Viel wichtiger als Geschmacksverstärker ist die richtige Fütterungstechnik. Je nachdem wie häufig Sie den Welpen füttern wollen (in der Regel anfangs 3-4 mal pro Tag), sollte dies nach der Bewegung und dem Toben geschehen. Der Appetit ist dann grösser und Magenirritationen durch zu starke Bewegung mit vollem Bauch können so vermieden werden.
Dem Welpen sollte dann das Futter in einer ruhigen Umgebung für ca. 5-10 Minuten angeboten werden. Wichtig ist, dass der Welpe nicht durch spielende Kinder, allgemeine Hektik oder sonstiges (Welpen lassen sich auch gerne vom Frauchen oder Herrchen ablenken) abgelenkt wird.

Am besten entscheidet man sich für einen bestimmten Raum, in den das Futter gestellt wird und lässt den Welpen dann wirklich für diese Zeitspanne ganz allein. So lernt der Welpe ganz schnell, dass er in aller Ruhe fressen soll und auch kann und dass er keinen "erpresserischen" Einfluss auf seinen Besitzer ausüben kann, indem er erst einmal sein Futter verweigert und wartet, ob noch etwas besonders Leckeres anstelle seines Futters aufgetischt wird.

Nach 5-10 Minuten (abhängig von der Fressgeschwindigkeit und der aufzunehmenden Futtermenge) entfernen Sie den Futternapf. Hat Ihr Welpe etwas übrig gelassen, so kürzen Sie die Ration zu dieser Tageszeit genau um die übergelassene Menge. Hat der Welpe alles aufgefressen und kann er vom Futterzustand noch mehr Futter vertragen, so erhöht man die Futtermenge zu dieser Tageszeit in kleinen Schritten, bis er zum ersten Mal etwas übrig lässt.
Lässt er etwas übrig, kürzt man die Futtermenge wieder etc.
Wichtiger Grundsatz ist, dass der Welpe nach dem Fressen immer vor einem leeren Fressnapf steht. Das ist der beste Garant für einen stets guten Appetit.

Fängt der Welpe an, zu einer bestimmten Tageszeit kein oder nur noch sehr wenig Futter aufzunehmen, so kann man, vorausgesetzt der allgemeine Futterzustand ist in Ordnung, ohne Bedenken diese Mahlzeit auslassen. Für ein gesundes Wohlbefinden ist eine längere Ruhephase nach dem Fressen stets einzuplanen. So können gefährliche Magendrehungen aber auch andere Magen-Darmprobleme von der fütterungstechnischen Seite am besten ausgeschlossen werden.

Fütterungsweise bei Junghunden

Grundsätzlich gilt das für Welpen gesagte auch für Junghunde. Füttern Sie Ihren Hund zu fest eingeplanten Tageszeiten nach der Bewegung und planen Sie auch hier mindestens ca. eine 1-2 stündige Ruhephase ein.
So kann das Futter optimal verdaut werden und Magen-Darmirritationen werden verringert. Auch ein erwachsener Hund sollte sein Futter freudig und ohne Ablenkung aufnehmen können und wollen.

 

Tags: Wachstumsstörungen Aufzucht Calciumversorgung Eiweissversorgung

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Letzte Änderung des Artikels: 2007-05-26 06:07
Verfasser des Artikels: EnRa GmbH & Co. KG
Revision: 1.21

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