Der Hundefutter-Berater - Die Fette und ihre Bedeutung – Der Hundefutterberater

Fette


Rohfett

Unter Rohfett versteht man alle Fette, Fettsäuren, fettlöslichen Vitamine, aber auch Wachse. Wie beim Menschen auch belasten vor allem die sogenannten gesättigten Fettsäuren den Organismus, und zwar besonders das Herz und den Kreislauf sowie die Leber. Hochwertige Fette schaffen allerdings ein ausgewogenes Verhältnis essentieller (lebenswichtiger) Fettsäuren.

Minderwertige Fette führen zu diversen menschenähnlichen Krankheiten (Stoffwechselstörungen u.v.m.). Wenn Ihr Hund ständig breiigen, fettigen Kot absetzt - oder sogar sehr häufig Durchfälle hat - dann kann dies (unter anderem) auf die Verfütterung minderwertiger Fette zurück zu führen sein. Sie sollten dennoch vorsichtshalber einen Tierarzt konsultieren, um eine weitere Schwächung Ihres Hundes abzuwenden.


Fett im Hundefutter

Natürlich hat schon alleine das Wort "Fett" im Sprachgebrauch einen recht negativen Schlag, doch sollte man nicht so weit gehen, das Fett (die Lipide) zu verteufeln. Fett ist ja nicht nur (wie wir Menschen am besten wissen) ein toller Geschmacksträger, sondern ist für den Hund zunächst auch ein wichtiger Energielieferant.

Über den Fettbedarf der Hunde gibt es unterschiedliche Auffassungen. Zwischen 5 und 20 Prozent sind meist empfohlen. Wichtig ist das ausgewogene Verhältnis an ungesättigten Fettsäuren. Ohne essentielle (also lebenswichtige) Fettsäuren würde der Organismus schwer geschädigt werden. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die stetige Zusammenarbeit mit den nur fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K.

Als Energielieferant wird Fett mit Hilfe von Sauerstoff verbrannt und in reine Energie umgesetzt. Doch leider hat es auch eine blöde Angewohnheit: Überschüssiges Fett, was die Hunde nicht zur Energienutzung verbrauchen, lagert sich in sogenannten "Depots" als Körperfett ab. Auch da gibt es keinen Unterschied zwischen Hund und Mensch.

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Fette befinden sich in tierischem Fleisch, in Fisch- sowie pflanzlichen Ölen. Wichtig ist ein ausgewogenes Verhältnis der sogenannten Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Omega-6-Fettsäuren nimmt der Hund zum Beispiel vermehrt bei der Fütterung mit rohem Fleisch (dem Barfen) auf. Doch ist es wichtig, ihm dementsprechend zusätzlich Omega-3-Fettsäuren zu geben, die entweder in Lachs- oder Dorschöl sowie in Lebertran enthalten sind, oder im pflanzlichen Raps-, Lein-, Hanf- oder Walnussöl - möglichst kaltgepresst.

Der Hund verwertet Öle besser als die sogenannten harten Fette, wie z.B. Butter. Je härter das Fett, um so mehr gesättigte Fettsäuren und je flüssiger das Fett, um so mehr ungesättigte Fettsäuren sind enthalten. Leider sind Öle meist nur drei Monate haltbar, werden danach ranzig und verlieren ihren Wert. Daher muss Fertigfutter mit sogenannten Antioxidantien in einem von der Futtermittelverordnung festgelegten Prozentsatz versehen sein.


Positive Effekte:

  • Fett ist wichtiger Energielieferant und macht die Aufnahme fettlöslicher Vitamine erst möglich
  • Es sorgt für ein glänzendes, schuppenfreies Hundefell, beugt Hautentzündung (Dermatitis) und Haarausfall vor
  • Wundheilungsprozesse beim Hund werden beschleunigt

Negative Effekte:

  • Überschüssiges Fett wird in sogenannten "Depots" als Körperfett abgelagert - der Hund wird dick
  • Gerade in der Entwicklung (z.B. im Welpenalter) ist zu viel Fett im Hundefutter häufig der Auslöser von langwierigen, chronischen Gelenk-Erkrankungen - gerade auch bei großen Hunderassen
  • Zuviel Fell führt bei erwachsenen Hunden zu chronischem Übergewicht (Adipositas) - ähnlich wie beim Menschen. Besonders risikoreich ist es für bestimmte Hunderassen oder auch für Hündinnen, besonders nach der Kastration - und natürlich Bewegungsmangel

Fazit: Fett im Hundefutter ist wichtig – aber in der richtigen Menge! Wenn Sie unsicher sind (und da sind Sie garantiert nicht allein!), dann lassen Sie sich doch von Ihrem Tierarzt / Ihrer Tierärztin beraten. Er/Sie kennt Ihren Hund schon länger und wird Ihnen genau zu seiner Rasse, seinem Körperbau und seinem Bewegungsdrang den richtigen Fettanteil an der täglichen Futterration nennen.