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Fettlösliche Vitamine


Fettlösliche Vitamine

Vitamine werden relativ grob in zwei Gruppen unterteilt, in fettlösliche und wasserlösliche Vitamine.

Vitamin A, D, E und K gehören zu der fettlöslichen Gruppe, die daher meist nur in Verbindung mit fetthaltigen Nahrungsmitteln vorkommen. Wenn der Hund sie in zu großer Menge einnimmt, dann werden sie in den Fettzellen seines Körpers gespeichert und es kommt zu einer schädlichen Überversorgung.


Wussten Sie, dass ...

... Trockenfutter während der Lagerung die fettlöslichen Vitamine verliert? - Bei Feuchtfutter sinkt dagegen der Gehalt an wasserlöslichen Vitaminen.

... es vier fettlösliche Vitamine gibt - Vitamin A, D, E und K. Der Rest ist wasserlöslich.

... Sie Ihrem Hund bei erhöhtem Vitamin-A-Bedarf möglichst Carotin geben sollten? - Wenn der Speicher gefüllt ist, werden die überschüssigen Stoffe direkt wieder ausgeschieden.

... Hunde und Katzen Vitamin C selber herstellen können? - Sie benötigen dafür keine weitere Zufuhr durch ihre Nahrung.

... E-Vitamine wegen ihrer Eigenschaften häufig zur Konservierung des Hundefutters genommen werden?

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Vitamin A

  • ist sehr wichtig für das Immunsystem und das Knorpelgewebe sowie für die Haut und die Sehfunktion, wirkt allerdings erst bei gleichzeitiger Aufnahme von verschiedenen Fetten.
  • wird in dieser Fettverbindung durch Gallensäure und andere Enzyme in seine Bestandteile zerlegt und in der Dünndarmhaut erst zu dem eigentlichen Vitamin A zusammen gesetzt. Erst danach wird es zur Leber transportiert, dort gespeichert und bei Bedarf wieder abgerufen.
  • ist nur in Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs zu finden, hauptsächlich in Milch und Eigelb. Das Provitamin A (auch ß-Karotin genannt), aus dem die Leber Ihres Hundes das Vitamin A herstellen kann, findet sich nur in pflanzlichen Lebensmitteln, wie Karotten und Blattgemüse.
  • Aus 6,7mg Provitamin A entsteht letztenendes 1mg Vitamin A, das sehr empfindlich auf Hitze, Licht und Luft reagiert. Somit ist eine richtige Lagerung des Hundefutters wichtig, damit die Vitamine nicht zerstört werden.
  • benötigt der Hund täglich ca. 22,5µg (75 I.E.) pro kg Körpergewicht.
  • -Mangel ist eigentlich recht selten, da Vitamin A ja gespeichert werden kann. Nach den ersten Anzeichen von Appetitlosigkeit und einer entstehenden Immunschwäche folgt die unangenehme Reaktion des Körpers durch Austrocknung aller Häute sowie eine Art Nachtblindheit bei Hunden
  • -Überdosierung erfolgt erst bei 10facher Tagesmenge. Wenn die Speicherkraft der Leber überschritten ist, dann wird das überschüssige Vitamin A direkt ins Blut abgegeben, so dass recht schnell Haarausfall, Hautveränderungen, Erbrechen folgen. Später werden die Knochen und Muskeln angegriffen, das Krebsrisiko steigt.

Tipp: Wenn Ihr Hund einen erhöhten Bedarf an Vitamin A hat, dann geben Sie ihm (in Zusammenarbeit mit Ihrem Tierarzt) das Provitamin A, also Carotin. Bis der Speicher voll ist, wird es umgewandelt in Vitamin A und wenn's zu viel ist, dann kann Carotin direkt wieder ausgeschieden werden. Ihr Hund ist damit sicher. 


Vitamin D (Kalciferol)

  • ist der Oberbegriff für mehrere Wirkstoffe, die fettlöslich und lichtempflindlich sind. Hunde können es nicht selbständig herstellen, da das dichte Fell keine Sonnen- sprich UV-Strahlen bis auf die Haut durchdringen lassen.
  • ist sehr wichtig für den Knochenstoffwechsel, reguliert den Phosphor- und Kalziumhaushalt des Hundes und ist immens wichtig für den Knochenaufbau, der Substanz, die ständig kontrolliert wird.
  • ist hauptsächlich in Fisch, Leber, Milch und Eiern vorhanden.
  • benötigt der Hund pro Tag 0,25µg (10 I.E.) pro kg seines Körpergewichtes. Auch im Falle einer Krankheit darf die Dosierung von Vitamin D nicht 50 I.E. pro Tag und kg überschreiten!
  • -Mangel erkennen Sie, wenn Kalzium und Phosphor im Blut fehlen und daher aus den Knochen heraus gezogen werden. Folge ist die Entmineralisierung der Knochen, die recht schnell brüchig werden. Auch die Nerven können angegriffen werden.
  • -Überversorgung besteht bei zu hohen Kalzium- und Phosphorwerten im Blut, so dass nicht nur wichtige Gefäße und Organe verkalken, sondern der Hund auch viel Durchfall und große Mengen Urin absetzt.
  • Vitamin D2 heißt das in pflanzlichen, Vitamin D3 das in tierischen Erzeugnissen enthaltene Vitamin D

Vitamin E (Tocopherol)

  • ist eigentlich (wie Vitamin D) eine Gruppe fettlöslicher Vitamine.
  • neutralisiert freie Radikale, die die Zellwände im Hundekörper angreifen, entgiftet den Organismus und ist wichtig für die Muskulatur sowie die Blutgefäße.
  • kann nur aus pflanzlichen Nahrungsmitteln hergestellt werden, kommt daher hauptsächlich in Ölen, Samen und Kernen vor, gut sind Weizenkeim- oder auch Walnussöl, schlecht ist Leinöl.
  • benötigt der Hund mit täglich 0,5mg (0,75 I.E.) pro kg seines Körpergewichtes.
  • -Mangel merken Sie meist erst sehr spät, da der Speicher nur sehr langsam abgebaut wird. Die Folge ist allerdings schlimm: Alle Zellen zersetzen sich, der Hund bekommt Muskel- und Nervenschwächen und das Herz-Kreislauf-System wird stark angegriffen.
  • -Überdosierung ist nicht einfach zu deuten. Hormonstörungen und Abnormitäten bei der Blutgerinnung können die Folge sein.

Hinweis: E-Vitamine sind nicht so empfindlich gegen Hitze und werden aufgrund ihrer nährstoffschützenden Eigenschaften (als Antioxidantien) sehr oft zur Konservierung des Hundefutters eingesetzt.


Vitamin K (Phyllochinon)

  • ist wichtig für die Blutgerinnung sowie für den Aufbau der Knochen und Zähne.
  • Vitamin K1 befindet sich hauptsächlich in pflanzlichen Nahrungsmittel, in geringerer Menge auch in Fleisch und Fisch.
    Vitamin K2 wird im Darm selbst hergestellt.
    Vitamin K3 (Menadion) wurde künstlich hergestellt und ist wasserlöslich. Noch immer scheiden sich die Geister, ob dieses künstliche Vitamin giftige Eigenschaften hat - im menschlichen Bereich wurde es jedoch verboten.
  • Seltsamerweise ist der tägliche Bedarf an Vitamin K nicht bekannt, aber da K2 vom Hund selbst produziert werden kann, geht man davon aus, dass es im gesunden Hund ausreichend vorhanden ist.
  • -Mangel kann passieren, weil die Speicher nicht sehr groß sind. Meist folgen Magen-Darm-Erkrankungen, Leberschädigungen, Störungen bei der Blutgerinnung sowie die Entmineralisierung von Knochen.
  • -Überdosierungen sind nicht bekannt.

Hinweis: Im Hundefutter ist Vitamin K nicht deklarationspflichtig, taucht also normalerweise in keiner Inhaltsstoff- oder Analyseliste auf.

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