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Fleisch / Barfen


Möglicherweise wurmbefallen - In Süd-Brandenburg verkauftes Wildschwein-Fleisch zurückgerufen
Märkische Allgemeine, erstellt am 28.03.2013 13:54 Uhr

Potsdam/Görlitz - Der sächsische Landkreis Görlitz ruft bestimmte Wildschwein-Produkte zurück, die in den vergangenen Tagen auch auf Wochenmärkten im Süden Brandenburgs verkauft worden sind ... (mehr ...)


Was ist B.A.R.F.?

Es ist die Abkürzung zu dem Begriff "Biologisch artgerechte Rohfütterung" und basiert - wie der Name schon sagt - auf der Fütterung rohen Fleisches von Rindern, Pferden, Schafen, Hühnern, Enten und Kaninchen sowie einigen anderen Tieren. Es wird nicht nur reines Fleisch, sondern auch Innereien, Knochen und Knorpel mitverfüttert. Zum Ausgleich der Nährstoffe etc. ergänzt man dieses Futter mit Kohlenhydraten, also Stärke - hauptsächlich aus Gemüse, Obst, Kräutern, Nüssen und Ölen.

Wenn Sie wirklich daran interessiert sind, Ihren Hund zu barfen (oder es schon tun), dann sollten Sie unbedingt individuelle Futterpläne erstellen oder Ihren bisherigen überprüfen lassen, damit Sie wirklich sicher sein können, Ihrem Hund ein ausgewogenes Futter zu geben. Dafür sollten Sie alle Nährstoffe, wie Kalzium, Kalium, Natrium, Phosphor, Kupfer, Zink, Mangan, Magnesium, Iod, Vitamin A, D, E und die B- Vitamine überprüfen lassen.


Vorteile des Barfen:

  • Sie wissen ganz genau, was im Futter drin ist
  • Sie erstellen die Barfrationen individuell für Ihren Hund
  • Ausgangsmaterialien sind natürlich und nicht verarbeitet
  • große Fleischstücke bieten Ihrem Hund mehr Beschäftigung und Aufwand beim Kauen
  • ohne Zusatzstoffe und andere chemischen Keulen, daher gut gegen Allergien
  • schmackhaft und abwechslungsreich

Nachteile des Barfen:

  • Hohe Infektionsgefahr durch Parasiten und andere Erreger, wie Salmonellen, Würmer etc.
  • Konventionell erzeugtes Fleisch (also Nicht-Bio-Fleisch) enthält unter anderem 14 mal mehr Pestizide, als konventionell erzeugte rein pflanzliche Nahrungsmittel
  • Durch zu hastiges Verschlingen großer Fleischstücke und Knochen Gefahr durch Verletzungen (Zähne, Schlund und Darm)
  • Knochenfütterung kann Verstopfung oder sogar Darmverschluss auslösen
  • Häufig Fehlernährung (zu viel oder zu wenig Eiweiß, Mineralstoffe und Spurenelemente)
  • Sehr zeitintensiv bei der Futterherstellung
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Die Frischfleisch-Fütterung

Die Anhänger des Barfen stellen diese Art der Fütterung als die natürlichste und artgerechteste des Hundes dar, da frisches Fleisch der Hauptbestandteil ist und nur etwas Gemüse und Getreideflocken unter das Frischfleisch gegeben werden. Je nach Anhänger soll das Verhältnis der Bestandteile bei ca. 70-90% Fleisch zu 30-10% Gemüse liegen, das möglichst püriert mit einen Schuß Öl hinzu gegeben wird.

Doch die wenigsten Tierärzte empfehlen Barfen. Rohes Fleisch kann immer Salmonellen und andere Erreger enthalten, die beim Kochen abgetötet würden. Selbst tödlich verlaufende Krankheiten, wie die Aujeszky-Krankheit werden durch Viren ausgelöst, die im rohen Schweinefleisch vorhanden sind.

Ein ebenso großer Streitpunkt ist das Verfüttern von Knochen, die zum Teil sehr leicht splittern und zu inneren Verletzungen des Hundes führen können sowie das Zuviel an Fleisch. Zu viel Proteine (Eiweiß) und Phosphor schädigen auf Dauer die Nieren, zu wenig Ballaststoffe führen häufig zu Verstopfungen.

Falls Sie mit dem Barfen anfangen wollen, dann sollten Sie sich auf jedem Fall umfassend informieren. Es gibt viele Bücher auf dem Markt, die dieses Thema behandeln. Doch am Wichtigsten sollte die Meinung Ihres Tierarztes dazu sein !!


Wie soll das Futter aufgebaut sein?

Als Futtermenge für den Tag gelten ca. 2% des Körpergewichts Ihres erwachsenen Hundes. Die tierischen Erzeugnisse (Fleisch, Knochen, Innereien, Milchprodukte) sollen davon ca. 75 bis 90 Prozent der Futtermenge ausmachen.

  • 50 Prozent Fleisch
    Als Grundlage des Barfens nimmt man die Bestandteile seines Beutetiers: Fleisch, Innereien, Fette, Knochen und Knorpel. Dies macht ungefähr 50 Prozent seines Futters aus. Sie sollten darauf achten, dass mageres und fettreiches Fleisch "auf den Tisch" kommt, da die Fette die Hauptenergie-Lieferanten sind. Empfohlen ist das Verfüttern von mindestens zwei oder drei Tierarten, wie Rind und Pferd.
  • 10 Prozent Innereien
    Leber, Lunge, Milz und Nieren gehören dazu, sie liefern viele Vitamine - die Leber z.B. Vitamin A. Das Herz wird auch zu den Innereien gezählt (obwohl es reines Muskelfleisch ist), weil es ebenfalls nur in geringen Mengen verfüttert werden sollte.
  • 15-20 Prozent Pansen und Blättermagen
    Hunde, die unter Verdauungsstörungen leiden, dürfen sogar noch mehr davon bekommen. Vitamine, Spurenelemente, ein ausgewogenes Kalzium-Phosphor-Verhältnis sowie gute Zahnpflege ...
  • 10-25 Prozent Gemüse, Getreide, Obst
    Wenn kein Getreide verfüttert werden soll, dann sollten Sie die gleiche Menge Gemüse geben. Falls Sie Getreide geben, dann davon nicht mehr als 10 Prozent der Futtermenge.

Tipps:

  • Allergische Hunde sollten am besten mit Pferdefleisch beginnen und einige Wochen beibehalten. Später ist ein abwechslungsreiches Angebot an Fleischsorten besser, um Ihren Hund gesund zu ernähren.

  • Wenn Sie die Ernährung auf Barfen umstellen wollen, dann gehört das Nagen von Knochen dazu. Die Zähne werden gereinigt und gestärkt, die Nährstoffe aus den Knochen sind wichtig. Nur Schweineknochen und gekochte Geflügelknochen sind unbedingt zu meiden.

  • Obst und Gemüse sollten Sie pürieren und mit einem Schuss Öl versehen. Als kleiner Tipp: Bei Durchfall hilft geriebener Apfel, bei Verstopfung rohe Leber. Geraspelte Möhren oder Kokosflocken sollen bei der Entwurmung helfen (?) und Hagebuttenpulver steigert die Abwehrkräfte ...

  • Öl sollten Sie - wie schon kurz erwähnt - mit dem Gemüse vermischen. Hüttenkäse mit etwas Leinöl ist sehr gesund, auch Olivenöl oder Lebertran können Sie gerne nehmen.
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Risiken, Fehler und Gefahren von Barfen

Einige Futtermittel sind im rohen Zustand nicht für den Hund geeignet oder bringen arge Probleme mit sich.

  • Eier sind roh nicht nur schlechter verdaulich, sondern Ihr Hund ist bei roher Verfütterung stark salmonellengefährdet.
  • Roher Fisch hat häufig Parasiten oder Bakterien, ebenso können Vitamin B1-Mangel und Anämie auftreten
  • Die Stärke im rohen Getreide, in rohen Kartoffeln, Bananen und Kohl ist schwer verdaulich
  • Rohe Hülsenfrüchte behindern die Eiweißverdauung, sind giftig
  • Leinsamen und Mandeln enthalten Blausäure
  • Rohes Fleisch und rohe Knochen - Infektionsrisiko

Meldung

In den letzten Jahren galten Österreich und Deutschland als frei von dem sogenannten Aujetzky-Virus, der sich im Hausschweinebestand eingenistet hat. Doch jetzt leider nicht mehr, da Wildschweine mit diesem Virus gefunden wurden.

Zwar ist dieser Virus für Menschen ungefährlich, aber für Hunde ist eine Erkrankung durch ihn tödlich. Sie sollten immer das Schweinefleisch eingefroren lassen, bis Sie es gebrauchen, dann muss es zusätzlich abgekocht oder gebraten werden.