Der Hundefutter-Berater - Milchprodukte und Eier – Der Hundefutterberater

Milch und Eier


Milchprodukte für den Hund?

Die Nährstoffe in der Kuhmilch zeigen eine optimale Zusammensetzung an Aminosäuren, Mineralstoffen und Vitaminen - auch für Hunde. Der Stoff, der häufig Hundebesitzer miteinander streiten lässt, ist die in der Milch enthaltene Lactose, der Milchzucker.

Wie bei den Menschen auch: Es gab viele Experimente mit gesunden Freiwilligen. Selbst wer ohne Lactose-Intoleranz eine Zeit lang nur noch lactosefreie Produkte ißt oder trinkt, der kann hinterher tatsächlich nur noch lactosefreie Milchprodukte vertragen. Die Produktions des Enzyms wurde eingestellt, weil es nicht benötigt wurde.

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Im Welpenalter ist das Enzym Lactase, was notwendig ist, um den Milchzucker zu spalten, noch im Dünndarm vorhanden. Wenn ein Hund später keine Milch mehr erhält, dann wird die Produktion dieses Enzyms eingestellt - der Hund bekommt Durchfälle. Wenn Ihr Hund von klein auf Milchprodukte (in eingeschränkter Menge natürlich) erhält, dann hat er im Normalfall keinerlei Probleme mit der Aufspaltung der Lactose.

Tagesrationen und Verträglichkeiten
(lt. Prof. Dr. Jürgen Zentek, Institut für Ernährung an der Veterinärmedizinnischen Universität Wien)

  • Ein ausgewachsener Hund 20ml Kuhmilch pro kg, nur in Ausnahmefällen maximal 40ml
  • Kondensmilch maximal 10ml pro kg
  • Quark und Dickmilch haben weniger Lactose und wird besser vertragen
  • Käse hat so wenig Lactose, dass er nicht begrenzt werden muss (allerdings hält sich in Jägerkreisen das Gerücht, dass Hunde, die Käse als Leckerchen erhalten, den Geruchssinn verlieren - habe noch keine Beweise dafür)
  • Vollmilch und Magermilch machen keinen Unterschied in den Verträglichkeiten, durch den Fettentzug ist allerdings auch nur ein verminderter Bestand an fettlöslichen Vitaminen vorhanden
  • Milchpulver ist nicht besonders gut, weil das Eiweiß durch den Trocknungsprozess beeinträchtigt wurde.



Milchprodukte im Überblick:

  1. Homogenisierte Milch - Da sie ultrahocherhitzt und danach wieder gekühlt wurde, sind die Vitamine stark vermindert und die Milch ist daher nicht besonders gut zu verdauen
  2. Magermilch (entrahmt bis 0,3%) - Die Milch ist so gehaltleer, dass sie häufig beim Hersteller wieder mit Milcheiweiß angereichert werden muss. Der Milchzuckeranteil ist dennoch so hoch, dass der Verzehr zu Durchfällen führen kann - kein Unterschied zu "normaler" Milch
  3. Sauermilch - homogenisiert, pasteurisiert, danach zum Gerinnen gebracht und wieder abgekühlt. Nicht besser als 1. und 2.
  4. Schmand - mit einem Fettgehalt von über 20% und angereicherten Milchsäurebakterien ist auch dies nicht geeignet - viel zu hoher Fettgehalt für den Hund
  5. Kefir - die zugesetzten Kefirpilze wandeln Milchzucker in Milchsäure, Alkohol und Kohlensäure um - ist zwar reich an Vitamin B, doch nicht unbedingt empfehlenswert
  6. Buttermilch - hat alle Nährstoffe der Milch, aber nur einen geringen Fettgehalt von maximal 1%. Sie ist eigentlich das Abfallprodukt der Rahmbutter-Herstellung. Können Sie dem Hund hin und wieder in kleinen Mengen geben
  7. Joghurt - wird hergestellt, indem Kuhmilch die Milchsäurebakterien hinzugefügt werden, die Milch gerinnt zum Teil und bildet diese Masse. Der Milchzuckergehalt ist sehr gering - und der Hund kann sich freuen ... - aber geben Sie nicht unbedingt den fettreichen Joghurt
  8. Quark - wird aus entrahmter Milch hergestellt, aber nach dem Pasteurisieren mit Sauermilchbakterien und Lab eingedickt. Quark enthält viel Milcheiweiß, aber wenig Lactose - ist daher sehr gut verträglich für Ihren Kleinen
  9. Hüttenkäse - wird aus Kuhmilch hergestellt und ist ein Frischkäse, der recht körnig ist. Leicht säuerlich. Enthält wenig Fett, viel Eiweiß, ist sehr gut zu verdauen - und Sie können Ihrem Hund gerade dann Hüttenkäse geben, wenn er wegen anderer Dinge Durchfälle hat. Hüttenkäse hilft Ihrem Hund dabei zu Kräften zu kommen. Kann regelmäßig zugefüttert werden.

Unser Fazit:

Die vier zuletzt genannten Milchprodukte können Sie ohne Weiteres an Ihren Hund verfüttern. Nur wenn Sie von einer tatsächlichen Lactose-Intoleranz wissen, dann empfehlen wir, die Produkte sehr vorsichtig in kleinen Mengen ausprobieren.

Bevor Sie grantig werden und uns schreiben, dass ein Hund doch nicht ALLES essen oder trinken muss, was wir wollen: Diese genannten "guten" Milchprodukte enthalten so viele gute Nährstoffe, dass man dies nicht außen vor lassen sollte - Eiweiß, Kalzium, Mineralstoffe, Vitamine u.v.m.


Geben wir dem Hund ein Ei?

Wie schon bei den Milchprodukten gibt es hier regelmäßig Diskussionen unter den Hundehaltern, Ernährungswissenschaftlern, Tierärzten und vielen mehr ...

Eier oder nicht? - Rohe Eier komplett, rohes Eigelb und gekochtes Eiweiß, gekochte Eier komplett, mit Schale oder ohne? Hier nun das Ergebnis:

  • Rohes Eiweiß verhindert die Aufnahme von Biotin (Vitamin B7 / Vitamin H), das die Aufgabe hat, Fette und Proteine in Kohlenhydrate umzuwandeln. Das Eiweiß sollten Sie daher kochen oder braten.
  • Eigelb ist sehr reich an den essentiellen (lebenswichtigen) Fettsäuren, die sehr hitzeempfindlich sind. Daher sollte Eigelb am besten roh verfüttert werden.
  • Einmal pro Woche können Sie durchaus für die Hundemahlzeit Fleisch weg lassen und durch ein gekochtes Ei ersetzen.
  • Wenn Sie möchten, dann können Sie auch die Eierschalen zerkleinert ins Futter geben. So geben Sie Ihrem Hund noch eine Portion Kalzium dazu.