Der Hundefutter-Berater - Sonstige Zusatzstoffe - Der Hundefutter

Sonstige Nährstoffe


Zusatzstoffe im Hundefutter

So werden die Inhaltsstoffe des Futters bezeichnet, die ein Organismus nicht zum Überleben benötigt, sondern die andere Aufgaben beim Futter selbst erfüllen. Entweder um die Haltbarkeit zu erhöhen, den Geschmack, Geruch oder die Verdaulichkeit.

Die genehmigten Zusatzstoffe sind durch EU-Verordnungen festgelegt und werden entweder vom Hersteller zum Hundefutter hinzugefügt oder fallen schon während der Produktion der Rohstoffe an. Leider sind sie häufig Auslöser oder Verstärker von Unverträglichkeiten und Allergien.


Geschmacksverstärker und Aromen

Wie auch in der Menschennahrung, verleihen Aromastoffe und Geschmacksverstärker dem Hundefutter einen nicht nur angenehmen Geruch und Geschmack, sondern haben für die Futtermittelhersteller den Vorteil, dass das Futter immer gleich schmeckt, egal welche Fleischlieferung sie vorher verarbeitet hatten. Gerade bei der Verarbeitung minderwertiger oder auch Trocken-Ware ist der Einsatz dieser Stoffe (laut Hersteller) unersetzlich.

Es gibt insgesamt ca. 2500 verschiedene Aromastoffe, von denen kaum welche deklariert werden müssen - in der Tiernahrung sowieso nicht. Anhängsel der Aromen sind häufig weitere Zusatzstoffe, wie Antioxidantien, Lösungsmittel, Konservierungsmittel und diverse Trägerstoffe oder Streckmittel. Einer der bekanntesten Geschmacksverstärker ist das Glutamat, das - wie viele andere Zusatzstoffe - nicht nur den Verdacht der krebsfördernden Wirkung auf sich zog, sondern enormes Suchtpotential förderte. Mensch und Tier nehmen wesentlich mehr Nahrung auf - es folgen unweigerlich die Zunahme des Gewichtes sowie weitere Wohlstandskrankheiten.

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Beispiel Glutamat 
  • Während der weltweite Gesamtabsatz von Glutamat vor 50 Jahren noch 262.000 Tonnen betrug, stieg er nun auf mehr als 1,8 Millionen Tonnen - und steigt weiter. Trotz erwiesener Verhaltensänderungen und Entwicklungsstörungen von Mensch und Tier.
    Wo soll das noch hin führen?

Andere Aromen und Geschmacksverstärker sind Hefeextrakt, Zucker, Karamel und Melasse, Leberspray, Fettgeschmack und Gewürze.


Antioxidantien

Antioxidantien erhöhen die Haltbarkeit von Lebensmitteln. Sie verzögern den Verderb der Waren (z. B. das Braunwerden von Obst oder das Ranzigwerden von Fetten). Die im Futter enthaltenen Stoffe können nicht mehr vom Sauerstoff angegriffen werden und halten sich dadurch länger. Natürlich vorkommende Antioxidantien sind z. B. Vitamin E oder Vitamin C.

Aber: Zusatzstoff oder Zutat - ein Beispiel

  • Wird dem Hundefutter Ascorbinsäure (also Vitamin C) zugesetzt, um die Oxidation zu verhindern (s.o.), so handelt es sich hier um einen Zusatzstoff und muss mit der E-Nummer gekennzeichnet werden.
  • Wird die Ascorbinsäure dagegen ins Futter beigemengt, um den Vitamingehalt zu erhöhen, dann kann sie als Zutat angesehen werden und als Vitamin C oder Ascorbinsäure auf der Zutatenliste deklariert werden.
    Sieht dann natürlich viel besser und gesünder aus - ist aber genau das Gleiche ...

Sie sehen also: Die Deklaration im Hundefutter ist doch ganz einfach zu verstehen, oder ???


Emulgatoren

Diese Zusatzstoffe haben die Aufgabe, Wasser und Fett mischbar zu machen und es somit möglich ist, sogenannte Instantprodukte herzustellen. Wurst- und Backwaren gehören dazu wie auch im Menschenbereich die Herstellung von Margarine, Süßwaren, Soßen, Eis und vieles mehr. Diese Stoffe werden im Normalfall nicht deklariert.


Enzyme

Wussten Sie, dass in Deutschland vor 'zig Jahrzehnten schon alle Enzyme grundsätzlich zugelassen wurden - ohne Prüfung, ohne Deklarierung? - Es ist mittlerweile eine unüberschaubare Menge auf dem Markt, von denen viele Enzyme aus gentechnisch bearbeiteten Mikroorganismen, wie Schimmelpilzen, Bakterien oder Schlachtvieh-Drüsen gewonnen werden. Eventuell vorhandene Keime kann man durch die fehlende Deklaration sowieso nicht nachweisen.

Beispiel eines Enzyms: Transglutaminasen

  • ermöglichen das sogenannte enzymatische Kleben und somit die "wertvollen" Formfleisch-Steaks, die Krabbenimitate aus Fischfleisch
  • Brühwürstchen und Hamburger erhalten Ihren festen Biss und ihren Geschmack
  • Joghurt aus Magermilch wird damit besonders cremig
  • Brotteig wird besser zusammen gehalten
  • und einiges mehr ...

Farbstoffe

Für wen werden Farbstoffe im Futterhandel verwendet? - Für uns Menschen. Wir lieben appetitanregendes fleischiges Hundefutter oder Leckerchen mit eingefärbten Streifen, Herzchen oder was sonst noch. Sieht ja so süß aus. Ganz im Vertrauen: Ihr Hund sieht es nicht. Er möchte einfach nur satt oder belohnt werden.

Im Grunde wird durch Farbe nur eine bessere Qualität vorgetäuscht - und zwar bei allen Futter- und Lebensmitteln. Also auch für uns Menschen. Trick 17: künstliche Farbstoffe müssen meist deklariert werden, daher weichen die meisten Futter- und Lebensmittelhersteller auf natürliche Farben, z.B. färbende Gewürzextrakte, aus, die häufig als "Gewürzaroma" in der Zutatenliste stehen.


Konservierungsstoffe

Sie kämpfen gegen den Verderb von Lebensmittel, indem sie Schimmelpilze oder Bakterien angreifen.
Doch Vorsicht: Wenn die Wirkung der Konservierungsstoffe nachlässt, dann wird die Bildung dieser Pilze etc. sogar gefördert!

Verwendet werden Konservierungsstoffe für (fast) alle Produkte. Im Hundefutter sind sie vor allem in Fisch- und Fleischprodukten, Trockengemüse, Backwaren (Leckerchen etc.) vorhanden. In Ihrem verwendeten Futter nicht ??? ...

OHNE ZUSATZ VON KONSERVIERUNGSSTOFFEN ?

Mittlerweile lesen Sie diesen Satz sehr häufig auf Ihrem Hundefutter (und auch auf Ihren Lebensmitteln). Leider ist dies keine Garantie dafür, dass diese Stoffe nicht im Futter enthalten sind.

Wenn der Futtermittelhersteller Sprühfette oder andere Zutaten für sein Futter anliefern lässt - und diese schon konserviert waren, dann darf er dennoch mit diesem irreführenden Satz werben. Erst wenn er selber Konservierungsstoffe hinzufügt, muss er sie auch entsprechend deklarieren.


Also noch mal in Kürze:
Eine Deklaration von Konservierungsstoffen ist nur dann erforderlich, wenn auch tatsächlich die Hersteller des Futters diese Konservierungsstoffe hinein packen. Leider greifen sie daher (auch aufgrund der lauter werdenden Kritik) meist nur noch auf schon konservierte Zutaten zurück - und schon sind sie aus unserem Blickfeld verschwunden.

Tipp:
Manche Futtermittelhersteller deklarieren ihr Dosenfutter sogar mit einer besonders kurzen Haltbarkeit, um uns die angeblich fehlenden Konservierungsstoffe weiszumachen.
Dies sind nur Werbetexte und Marketing-Maßnahmen!

Dosenfutter muss - nach deutschem Futtermittelrecht - sowieso grundsätzlich bei mindestens 135 Grad Kerntemperatur (gemessen in der Mitte des Produktes) steril in der Dose gekocht werden. Schon durch diese Art der Herstellung wird immer eine Mindesthaltbarkeit von mindestens zwei Jahren erreicht.


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Zucker

Zucker sollte überhaupt nicht in ein Hundefutter gehören. Er dient einfach dazu, das Futter schmackhaft zu machen, das sonst aufgrund der anderen Zutaten womöglich gar nicht gefressen würde. Heutzutage leiden sogar schon Hunde an den sog. Zivilisationskrankheiten wie z.B. Diabetes. Bei solchen Inhaltsstoffen ist das nun wiederum nicht verwunderlich.

Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe

Sie wollen abnehmen - und nehmen daher nur noch Süßstoffe in ihren Kaffee oder Tee? - Schlechte Wahl ...

Gerade für Übergewichtige sind Süßstoffe kontraproduktiv. Der süße Geschmack löst trotzdem eine Ausschüttung des Insulins aus, der Blutzuckerspiegel sinkt - und Sie bekommen Hunger.

Ein Experiment an Ratten (Verfütterung von fettarmen Joghurts mit Zucker oder Süßstoff) brachte das Ergebnis, dass Tiere, die Süßstoff zu sich nahmen, wesentlich dicker wurden. Nicht umsonst sind alle Süßstoffe als Mast-Hilfsmittel für alle Tierarten zur Appetitanregung zugelassen.

Eine groß angelegte Studie mit 80.000 Amerikanerinnen bestätigte bei Süßstoff-Verwendung im Durchschnitt eine höhere Gewichtszunahme als bei Zuckerverzehr.


Verdickungs- und Geliermittel

Verdickungs- und Geliermittel haben zwei Aufgaben:

  • das Wasser des Futtermittels zu binden.
    Freies Wasser im Futtermittel kann den Verderb des Futters verursachen, weil sich Bakterien darin sehr wohl fühlen. Wenn das Wasser reduziert wird, dann wird das Futter automatisch konserviert.
  • die Struktur der Fleischanteile im Futter zu erhalten.
    Wenn die Dosen mit Nassfutter gekocht werden, um alle Erreger abzutöten, dann kann es passieren, dass das Fleisch seine Form verliert und zerfällt. Dem wirken die Verdickungsmittel entgegen, die Konsistenz des Fleisches wird stabilisiert.

Rohasche

Schon mal im Voraus: Im Hundefutter befindet sich keine Asche, Rohasche ist eigentlich nur eine theoretische Größe und bezeichnet diesen Anteil des Hundefutters, der nach dessen Verbrennung bei über 500 Grad übrig bleibt. Alle organischen Bestandteile werden dadurch verbrannt und nur eine bestimmte Menge von Mineralstoffen und Sand bleibt übrig.

Je geringer der Rohasche-Anteil, desto hochwertiger ist das Tierfutter. Ist der Anteil zu hoch, werden auf Dauer die Nieren der Hunde geschädigt.